Mediation Gemeinde- Beratung Organisations- Entwicklung Rainer
Fuchs


Wirtschaftsmediation

Was versteht man eigentlich unter Wirtschaftsmediation?

Wirtschaftsmediation unterscheidet sich im Verlauf nicht wirklich von der “klassischen Mediation”. Sie beachtet aber besonders die speziellen Gegebenheiten in einem Wirtschaftsunternehmen. Gerade auf die in einem Unternehmen vorhandene Hierarchie muss Wirtschaftsmediation ein besonderes Augenmerk richten. Wirtschaftsmediation steht aber als Verfahren zur einvernehmlichen Lösung von Konflikten nicht nur innerhalb sondern auch bei Konflikten zwischen Unternehmen zur Verfügung.

Wirtschaftsmediation ist also der Versuch der Konfliktparteien, unter der Leitung eines allparteilichen Mediators gemeinsam nach Vereinbarungen zu suchen, die für alle Betroffenen eine Interessensgerechtigkeit herstellt und die Möglichkeit gibt, das Gesicht zu wahren und gestärkt und zukunftsfähig aus einem Konflikt zu gehen. Hier gehen beide von mir ausgeübten Disziplinen der Mediation und Organisationsentwicklung* Hand in Hand.

(*Am Ende des Artikels finden Sie einen Buchtipp zum Thema Mediation als Organisationsentwicklung.)

Welche Fälle sind für Wirtschaftsmediation geeignet?

Streitigkeiten innerhalb des Unternehmens, Streitigkeiten zwischen Partnern und Gesellschaftern, Streit und Rivalität zwischen Abteilungen des Unternehmens, Streit wegen Auflösung von Dienstverträgen, Arbeitsplatzstreitigkeiten, Mobbing, persönliche Beleidigungen und Kränkungen am Arbeitsplatz.

Streitigkeiten zwischen Unternehmen, beispielsweise Streit über Mängel der Produkte, verzögerte Lieferungen, Zahlungsverzug.

Streitigkeiten zwischen Unternehmen und Behörden, Versicherungen, Berufsgenossenschaften, Polizei, usw.

Wo liegen die Vorteile der Wirtschaftsmediaton?

Der Inhalt der Wirtschaftsmediation ist vertraulich und wird nicht in einer “öffentlichen Verhandlung” publik gemacht.  Nur die unmittelbar Betroffenen sind daran beteiligt und durch die gemeinsam getroffene Mediationsvereinbarung zur Verschwiegenheit verpflichtet. Was und wie es publik gemacht wird, regelt ein gemeinsames Agreement.

Der Mediator etabliert von Beginn des Mediationsprozesses an ein Klima des gegenseitigen Respektes, der Sachlichkeit und des fairen Umgangs miteinander. Mit seiner Hilfe vermeiden die Konfliktparteien das weit verbreitete Streitverhalten, die gegnerische Partei mit Anschuldigungen und Vorwürfen zu überschütten oder zu versuchen, die Gegner einzuschüchtern.

Der Mediator bleibt allparteilich. Er gibt weder juristische Ratschläge noch trifft er Entscheidungen. Die betroffenen Konfliktparteien suchen unter seiner Leitung selbst die von allen akzeptierte Lösung und finden sie in den meisten Fällen auch. Sie behalten während des gesamten Mediatonsprozesses, der oft nicht länger als ein bis zwei Tage dauert, die Kontrolle über die Entscheidungsfindung.

Warum ist Mediation besser als ein Gerichtsverfahren?

Oftmals ist jede der Konfliktparteien von ihrem Recht überzeugt. Doch die Rechtslage ist meistens nicht eindeutig. Es gibt keine Sicherheit, ein Gerichtsverfahren zu gewinnen.

Im vertraulichen Mediationsprozess garantiert die allparteiliche Leitung des Mediators jeder Konfliktpartei die Möglichkeit, ihre Motive und Interessen, die hinter den verhärteten Positionen stehen, ungestört darzustellen. Der Mediator gibt allen die gleiche Redezeit und verhindert spontane Unterbrechungen durch die Gegenseite. So bekommen die Konfliktparteien die Chance, sich gegenseitig besser zu verstehen. Das erleichtert es ihnen, alternative Konfliktlösungen zu finden und gemeinsam eine Entscheidung zu treffen, also einen Konsens herzustellen.

Ein kleiner Exkurs zum Thema “Konsens/Kompromiss mit dem ich Ihnen vermitteln möchte, was ich darunter verstehe:

“Kompromiss” bedeutet, dass sich zwei Parteien auf halber Strecke treffen. Jeder setzt etwas von dem durch, was er möchte, aber nicht alles. Jeder geht auf den anderen ein, aber nicht ganz. Keiner ist wirklich zufrieden. In einem “Konsens” erhält jeder (fast) alles, was er wollte, indem er ganz und gar auf den anderen eingeht. Damit spricht man dann von der berühmten “WIN/WIN-Situation”.

Die Mediationsvereinbarung über die Konfliktlösung wird erst endgültig, wenn alle betroffenen Konfliktparteien zugestimmt und den Beschluss in einem vom Mediator verfassten Protokoll – gegebenenfalls vor einem Notar – unterschrieben haben.

Im Falle eines vorher schon eingeleiteten Gerichtsverfahrens wird die im Mediationsprozess gefundene, protokollierte und von allen durch Unterschrift akzeptierte Entscheidung üblicherweise vom Richter anerkannt, seiner Entscheidung zugrunde gelegt und so das Gerichtsverfahren schnell beendet. Die Konfliktparteien verpflichten sich während der Mediation alle gerichtlichen Aktivitäten ruhen zu lassen.

Ein Mediationsprozess ist jedoch nur möglich, wenn alle beteiligten Parteien damit einverstanden sind, ihren Konflikt in dieser Form zu lösen.

Was kostet eigentlich eine Mediation?

Die Höhe der Kosten ist individuell verschieden und orientiert sich an der Komplexität des Streitfalles und der Anzahl der Beteiligten. Die Kosten werden in der Auftragsklärung vereinbart. Die Spannbreite beginnt bei 80,– € und endet bei 300,– € pro Zeitstunde. Das Honorar ist sofort nach der Mediationssitzung fällig.

Für Mediationen über die AG Mediation der Evang.-Luth. Landeskirche in Bayern gelten eigene Honorrarsätze. Diese finden Sie HIER!

Co-Mediationen (bei denen zugleich zwei MediatorInnen mitwirken) kosten ca. 50% mehr. Eine Co-Mediation ist besonders bei komplizierten Fragen oder besonders hoher Konflikthaftigkeit sinnvoll.

Die Abrechnungseinheit umfasst 20 Minuten.

Für Mediationstermine, die weniger als 24 Stunden vorher abgesagt werden, kann der volle Satz einer Sitzung (in der Regel zwei Zeitstunden) berechnet werden.

Ein angemessener Zeitaufwand für Vorbereitung und Nachbereitung wird in gleicher Weise vergütet.

Mit einer erfolgreichen Mediation lassen sich meist hohe Kosten für gerichtliche Auseinandersetzungen vermeiden!


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Last but not least, hier noch der versprochene Buchtipp:

Kerntke, Wilfried unter Mitarbeit von Dirk Splinter und Ljubjana Wüstehube
Mediation als Organisationsentwicklung
Mit Konflikten arbeiten. Ein Leitfaden für Führungskräfte.
Haupt Verlag, Bern, 2004