Mediation Gemeinde- Beratung Organisations- Entwicklung Rainer
Fuchs


Mediation

Was ist eigentlich Mediation?

Mediation (lat. „Vermittlung“) ist ein strukturiertes freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung oder Vermeidung eines Konfliktes. Die Konfliktparteien wollen mit Unterstützung einer dritten allparteilichen Person (dem Mediator) zu einer gemeinsamen Vereinbarung gelangen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht. Der Mediator trifft dabei keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konflikts, sondern ist lediglich für das Verfahren verantwortlich.

Die Geschichte der Mediation

Mediation hat eine lange Tradition und taucht in westlichen wie auch in asiatischen, afrikanischen oder indianischen Kulturen auf. Das Grundprinzip der Mediation war bereits im Altertum bekannt und verbreitet.

Aber auch bei uns in der christlich-abendländischen Kultur gibt es diese Tradition. Im Matthäus-Evangelium (18, 15-17) steht zum Beispiel nachzulesen, wie Jesus ebenfalls empfiehlt, einen oder zwei Außenstehende hinzuzuziehen, wenn ein Regelverstoß nicht im direkten Gespräch bereinigt werden kann. Schon zuvor entwickelt Aristoteles, gegründet auf das prozedurale griechische Rechtssystem, einen Richterbegriff als “Vermittler” und nicht als Recht sprechende Autorität. Im antiken Griechenland wurden Konflikte zwischen den Stadtstaaten durch Vermittlung anderer Städte beigelegt, ebenso, einige Jahrhunderte später, zwischen den neu entstehenden mittelalterlichen italienischen Stadtstaaten.

Unser heutiger Begriff von Mediation wurde in den 60er und 70er Jahren des 20. Jh. in Amerika entwickelt. Seit den 80er Jahren hat die Mediationsmethode auch in Europa Fuß gefasst und ist in vielen Lebensbereichen anzutreffen.

Die Amerikaner Roger Fisher und William Ury entwickelten Anfang der 80er Jahre des 20. Jh. eine Strategie des „prinzipiengeleiteten Verhandelns“. In Deutschland ist dieses Prinzip auch als „Harvard-Konzept“ bekannt, welches im Ergebnis für beide Parteien zu einer „win-win-Situation“ führen soll.

Die Win-Win-Situation!

Zwei Menschen stehen vor einem Obststand auf dem Markt. Beide wollen eine Orange. Das Problem: Es gibt nur noch eine Orange! Der Verkäufer versucht eine Lösung zu finden um beide Kunden zufrieden zu stellen. Was wird er tun? Er schneidet die Orange in genau zwei Hälften!

Diese scheinbar gute, weil auf den ersten Blick „gerechte“ Lösung würde sich nach einer Mediation vermutlich anders darstellen.

Der Mediator würde die Beiden fragen, was ihr Interesse an der Orange ist, was jeder damit zu tun beabsichtigt. Der eine kann dann erklären, dass er die Schale für einen Kuchen benötigt. Der andere kann klarstellen, dass er den Saft trinken möchte. Eine gemeinsame Lösung liegt also auf der Hand – einer kann die Schale nehmen und die abgeschälte Orange dann dem anderen für seinen Saft überlassen. Man kann also die Bedürfnisse beider befriedigen. Beide können gewinnen, ohne dass einer verliert.

Das Leben und eine Konfliktlösung sind nicht immer so einfach, wie hier in diesem Beispiel. Sicher werden Sie aber in einer Mediation eine ähnlich gute Lösung finden. Sie haben dazu ja eine gute Begleitung, mit mir als Mediator.

Der Mediator

Als außenstehende Drittpartei unterstütze ich als Mediator die Konfliktparteien dabei, Lösungen in kooperativer Form zu erarbeiten. Dabei identifiziere ich als Mediator destruktive Konfliktmechanismen, unterbreche sie und initiiere andere Kommunikationsmuster, die für beide Seiten befriedigende Lösungen ermöglichen. Ich als Mediator steuere die Verhandlungen nicht inhaltlich, sondern in erster Linie verfahrensmäßig und achte darauf, dass die gemeinsam erstellten Regeln eingehalten werden. Ich als Mediator habe in der Streitsache selbst keine Entscheidungsbefugnis und steuere keine Lösungen zum Prozess bei.

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Die Grundsätze der Mediation

Ein wesentlicher Unterschied zu vielen anderen Konfliktberatungen ist die klare und Ihnen als Klienten damit Sicherheit gebende Struktur, die ich als Mediator unbedingt einzuhalten habe. Um diesen Rahmen zu gewährleisten ist die Einhaltung der folgenden Grundsätze unverzichtbar:

Grundsatz der Freiwilligkeit

Grundsatz der Allparteilichkeit

Grundsatz der Neutralität

Grundsatz der Vertraulichkeit

Grundsatz der Offenheit, Transparenz und Chancengleichheit

Grundsatz der Eigenverantwortlichkeit

Grundsatz des festen Zeitrahmens

Die Phasen einer Mediation

Es gibt verschiedene Ansätze bei der Unterscheidung der Mediationsphasen. Das gängigste Modell unterscheidet fünf Phasen der Mediation. Die so genannte Prä-Mediation und ein optionales Follow Up-Treffen zählen nicht zum klassischen Prozessablauf einer Mediation. Ich persönlich halte sie aber für unverzichtbar und deshalb seien sie hier erwähnt:

Prä-Mediation

In einem Informationsgespräch werde ich Ihnen die Grundzüge sowie die Möglichkeiten und Grenzen eines Mediationsverfahrens bei Bedarf persönlich vorstellen. Die Prä-Mediation dient auch der Abklärung, ob der gegenständliche Konflikt für ein Mediationsverfahren geeignet ist. Hier wird dann auch die Mediationsvereinbarung geschlossen.

Phase 1 – Auftragsklärung

Zunächst werden die Konflikt-Parteien nochmals über das Mediationsverfahren, die Rolle und Haltung des Mediators informiert, und die Regeln (Umgang mit Verschwiegenheit, Gesprächsregeln, sonst. Vereinbarungen) miteinander festgelegt.

Phase 2 – Themensammlung

Zu Beginn der zweiten Phase stellen die Parteien ihre Streitpunkte und Anliegen im Zusammenhang dar, so dass Themen und Konfliktfelder gesammelt und für die weitere Bearbeitung strukturiert werden können.

Phase 3 – Positionen und Interessen / Sichtweisen- und Hintergrunderkundung

In der dritten Phase beginnt die eigentliche Problembearbeitung mit der Entscheidung über das erste zu behandelnde Thema. Danach erhalten die Beteiligten Gelegenheit, ihre Sicht des jeweiligen Aspekts des Konflikts zu jedem Themenpunkt umfassend darzustellen. Informationen, Daten und Wahrnehmungen werden ausgetauscht, bevor auf die unterschiedlichen und gemeinsamen Wünsche, Bedürfnisse und Interessen der Parteien vertieft eingegangen und damit der Konflikt umfassend erhellt werden kann.

Phase 4 – Sammeln und Bewerten von Lösungsoptionen

In der vierten – der kreativen – Phase werden zu den einzelnen Problemfeldern zunächst im Wege des Brainstormings Lösungsoptionen bewertungsfrei gesammelt. Nach Abschluss der Ideenfindung werden diese Lösungsoptionen von den Medianden bewertet und verhandelt. Eine Aufgabe von mir als Mediator wird es in diesem Moment sein gemeinsam mit den Beteiligten zu überprüfen, ob und wie sich die jeweiligen Lösungsoptionen in der Realität umsetzen lassen.

Phase 5 – Abschlussvereinbarung

Zum Abschluss der Mediation werden die Ergebnisse schriftlich festgehalten. Üblich ist dabei die konkrete Regelung des weiteren Vorgehens einschließlich der Festlegung von Umsetzungsfristen bis hin zum Verhalten im zukünftigen Konfliktfall. Bei Bedarf kann diese Abschlussvereinbarung auch vor Gericht geltend gemacht werden oder durch einen Notar rechtsverbindlich gemacht werden.

Optional – Follow Up-Treffen

Eventuell wird nach einer bestimmten Zeit im Rahmen eines Nachgesprächs Rückschau gehalten, ob die getroffenen Vereinbarungen umgesetzt werden konnten. Die Erfolgskontrolle hat gerade im pädagogischen Bereich einen besonders hohen Stellenwert. Sie ist gleichzeitig Evaluation und Bestätigung des eigenen Bemühens für sie als Konfliktparteien.

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Sie benötigen noch mehr Information?

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